Ein weiteres Veranstaltungshaus für Dachau – ein MUSS, kein VIELLEICHT

von Brigitte Hinterscheid

Dachau ist eine Große Kreisstadt mit einem vielfältigen kulturellen Angebot – von Kleinkunstveranstaltungen bis zu großen Musikveranstaltungen, von Kindertheater bis hin zu Aufführungen vieler aktiver Chöre und Musikgruppen.

Doch leider ist die Möglichkeit, dieses Angebot in einem entsprechenden Rahmen dem Publikum zu präsentieren, nicht im gleichen Ausmaß mitgewachsen. Die Stadt kann nur ein Veranstaltungshaus für diese breite Palette der kulturellen Arbeit anbieten, unser Ludwig-Thoma-Haus.

Dieses Haus bietet trotz aller Anstrengungen, die unternommen werden, um den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die für ein Veranstaltungsgebäude notwendig sind, wie zum Beispiel bei Licht und Ton, aber vor allem auch bei Brandschutz, für Veranstalter*innen immer noch manchmal keine idealen Voraussetzungen.

Für größere Konzertaufführungen ist die Bühnenfläche zu klein. Die Räumlichkeiten, z.B. der Künstlergarderoben/Aufenthaltsmöglichkeit für Mitwirkende reichen nicht aus und sind unübersichtlich angelegt. Der Eingangsbereich für Publikum, sowohl vor – als auch im Haus ist sehr eng angelegt. Das Haus selbst ist behindertengerecht, der Zugang zum Haus selbst könnte noch behindertengerechter gestaltet werden.

Auch der Aufenthaltsbereich für Publikum während der Pausen sowie die Gastronomiemöglichkeit sind unzureichend. Möglichkeiten, sich stattdessen im Freien aufzuhalten gibt es überhaupt nicht.

Da das Ludwig-Thoma-Haus als Veranstaltungshaus stark frequentiert ist, finden häufig mehrere Veranstaltungen gleichzeitig statt. Daraus resultiert zum Teil eine gegenseitige Beeinträchtigung der jeweiligen Veranstaltungen. Gelegentlich ergeben sich Terminüberschneidungen. Und die Parkmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld sind in der Altstadt naturgemäß  rar.

Die Zuschauergröße des Ludwig-Thoma-Hauses (ca. 500 Zuschauerplätze bei größtmöglicher Platzausnützung) lässt ebenfalls keine Verpflichtung von besonders namhaften Künstler*innen zu. Es wäre für Veranstalter*innen nicht wirtschaftlich. Dadurch beschränkt sich das Kulturangebot zwar – wie schon gesagt auf eine vielseitige Breite – aber nur auf Veranstaltungen, die von Dachauer Vereinen gestemmt werden können. Das „große Kulturangebot“ findet leider in München oder umliegenden vergleichbaren Kommunen, wie Schleißheim, Freising oder Fürstenfeldbruck statt.

Vor allem aber sind die Vereine in ihrer Arbeit eingebremst. Auch Abschlussbälle der großen Schulen suchen oft ohne Erfolg einen Saal in Dachau, der verfügbar wäre und genügend Plätze bietet.

Deshalb ist ein weiteres Veranstaltungshaus ein unbedingtes MUSS für Dachau.

Es kann auf dem neu zu gestaltenden MD-Gelände geplant werden. Das ermöglicht ein verträgliches Verkehrserschließungskonzept. Denn das Gelände liegt zentral und erlaubt vielfältige Wege, das Haus zu erreichen (besonders Bus- und S-Bahnanbindung).

Mit dem geplanten Museumsforum sowie mit dem Jugendkulturzentrum kann es ideal vernetzt werden. Das ermöglicht viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Kultursparten, aber auch zwischen Kulturschaffenden verschiedenster Disziplinen. Viele neue Veranstaltungen können dort stattfinden.

Gemeinsam genutzt ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte, die den Dachauer Bürger*innen ein noch vielseitigeres Kulturprogramm ermöglichen können als bisher.

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